Startup Event Remich: Coworking Space bieten Startups viele Vorteile

Beim gut besuchten Startup Event der Stadt Remich informierte Thomas WALLRICH (LEADER Miselerland)  über die Vorteile von Coworking Spaces als Inkubatoren für junge Existenzgründerinnen und Existenzgründer. Denn Coworking Spaces bieten attraktiv ausgestattete Räumlichkeiten zu günstigen Preisen, flexible Buchungsmöglichkeit je nach Arbeitsauftrag / Projektstand / Unternehmensphase, einen schnellen Kontakt zu anderen Kreativen / Startups / Unternehmern in der Community, sowie für Fernpendler: reduzierte Wegestrecken.

Kommunen können über die Bereitstellung von Räumlichkeiten für Coworking Spaces eine Art geschützter Inkubator für Unternehmensgründungen bieten und damit eine fruchtbare Keimzelle für entstehende Communitys bilden. Weitere Vorteile für Gemeinden sind die Belebung leerstehender Gebäude oder Gebäudeteilen und eine aktive Vernetzung und Förderung der lokalen Wirtschaft. Außerdem leisten sie damit einen Beitrag zur ökonomisch-ökologisch-sozialen Transition. Stichwörter sind „new work“ (= neue Arbeitsmodelle für Einwohner) oder auch für touristisch geprägte Orte „workation“ (= neue Geschäftsmodelle für Tourismusbetriebe).

Jean-Claude ZEIMET (Spatial Foresight) ging auf die firmeneigenen, ganz praktischen Erfahrungen der Unternehmensgründung ein. Die Firma startete mit einem Büro „in der Stuff“und opferte – mangels Coworking Space damals – weitere Privaträume, als das Unternehmen mehr Mitarbeiter bekam.  Zurückblickend wären sie damals froh gewesen, wenn sie periodisch und zeitweise flexibel Plätze in einem Coworking Space „on demand“ hätten buchen können.

Beide Referenten betonten, dass es kein Patentrezept für Coworking Space im ländlichen Raum, kein auf alle Standorte passendes Businessmodell gäbe– aber viele Spielarten und Ausrichtungen von Coworking Spaces. Nach den Erfahrungen aus ihremLEADER-Projekt, die auf vielen Gesprächen und Recherchen vor Ort und quer durch Europa basieren, lasse sich folgendes sagen: Für das Miselerland erscheint zum jetzigen Zeitpunkt ein Dritter Ort / ein Tiers-lieu am besten geeignet: also ein Mix aus Arbeitsbereich für Coworker und aus Aktivitätenbereich mit sozialen und kulturellen Angeboten von und für die Einwohner.

Damit ein CWS im Miselerland gelingt, brauche es im Grunde zwei Zutaten: zum einen Menschen oder Unternehmer (gerne Startups) mit Pioniergeist, die eine Community, einen Mikrokosmos aufbauen möchten; zum anderen eine Gemeinde ebenfalls mit Pioniergeist, mit Mut und Vertrauen in ihre Bürger und in die Nutzer, die leerstehende oder wenig genutzte Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

LEADER leistet vier konkrete Hilfestellung für Interessenten:

  1. Persönliche Beratungsangebote für folgende Zielgruppen: für potentielle Nutzer von Coworking Spaces; für potentielle Gründer von Communities, für Kommunen, die ein CWS oder einen Tiers-lieu einrichten möchten (Übrigens kooperieren wir bei der Beratung zum Thema „Tiers-lieu“ eng mit der ASTI asbl, die sich um interkulturelle Zusammenarbeit und soziale Belebung der Gemeinschaften hier im Großherzogtum kümmert.)
  2. Erfahrungsaustausch & Kontaktvermittlung zu Praxisbeispielen in der Großregion / Europa: Hierzu wurden verschiedenste Coworking Spaces in verschiedenen Ländern unter die Lupe genommen und deren Ausrichtung und Struktur in Erfahrung gebracht.
  3. Broschüre “Wie gründe ich ein Coworking Space? Erste Schritte zum Erfolg im ländlichen Raum“: Download der kompakten Broschüre (9 Seiten DEU + 9 Seiten auf FRA) ist hier möglich
  4. Infothek mit umfangreichen Antworten auf konkrete Fragen zur Gründung und zum Betrieb von Coworking Spaces im ländlichen Raum“ (44 Seiten auf DEU): z.B. zu Betreibermodelle, Rechtliche & finanzielle Fragen, Immobilie & Gebäude, Zugang & Nutzung, Ausrichtung & Charakteristika, Einzugsbereich, Community & Veranstaltungen, Ausstattung & Einrichtung, Praxisbeispiele aus Europa

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